
MIP und MinIP: Zwei „magische“ Modi, die jeder CT-Befunder kennen sollte
8.3.2026
Haben Sie schon einmal Dutzende axiale Schichten durchgescrollt und dabei versucht, sich gedanklich ein 3D‑Bild eines Gefäßes oder eines Bronchus zusammenzusetzen? Genau hier kommen Rekonstruktionsmodi wie MIP und MinIP ins Spiel. Das sind nicht einfach nur „Filter“, sondern leistungsstarke Werkzeuge, die Zeit sparen und helfen, das sichtbar zu machen, was normalerweise verborgen bleibt.
📈 MIP (Maximum-Intensitätsprojektion)
So funktioniert es:Der Algorithmus verarbeitet den Datensatz und zeigt nur die Voxel mit der höchsten Dichte entlang des Strahlverlaufs an. Alles mit geringerer Dichte „verschwindet“.
Anwendungen:
- Angiographie (CTA):Ideal zur Darstellung von Blutgefäßen. Kontrastiertes Blut weist eine hohe Dichte auf, und mit MIP kann das Gefäßbett aus dem umgebenden Gewebe „herausgelöst“ werden, sodass sein Verlauf, Stenosen und Aneurysmen sichtbar werden.
- Suche nach kleinen Metastasen:Gut kontrastierte Knoten in Lunge oder Leber treten deutlich stärker hervor.
- Knochenstrukturen:Hilft bei der Beurteilung komplexer Frakturen, insbesondere an der Wirbelsäule und im Beckenbereich.
Einschränkung:MIP erhält keine Tiefeninformationen. Für die genaue Lokalisation eines Befunds müssen Sie daher immer auf die ursprünglichen axialen Schichten zurückgreifen.
📉 MinIP (Minimum-Intensitätsprojektion)
Funktionsweise:Das genaue Gegenteil von MIP. Der Algorithmus zeigt die Voxel mit der geringsten Dichte entlang des Strahlengangs an. Dichte Strukturen „verschwinden“, sodass nur Luft und Flüssigkeiten sichtbar bleiben.
Anwendungen:
- Lungen und Bronchien (Virtuelle Bronchoskopie): Der wichtigste Assistent des Pneumologen. MinIP „schneidet“ das dichte Lungenparenchym heraus, sodass nur die Luft in Luftröhre, Bronchien und Hohlräumen sichtbar bleibt. Es ist unverzichtbar für die Beurteilung von:
- Atemwegsdurchgängigkeit (Stenosen, Fremdkörper).
- Bronchiektasie.
- Emphysem (niederdichte Bereiche erscheinen pechschwarz).
- Suche nach Pneumothorax:Kleine Luftansammlungen in der Pleurahöhle lassen sich deutlich leichter erkennen.
- Zystische Läsionen visualisieren:insbesondere in der Bauchspeicheldrüse oder den Nieren.


